Die Wahl der richtigen Grundierung ist entscheidend für ein langlebiges und ästhetisch ansprechendes Fassadenergebnis. Eine fachgerechte Vorbehandlung des Untergrunds mit einer geeigneten Grundierung schützt vor Feuchtigkeit, verbessert die Haftung der nachfolgenden Beschichtung und gleicht Unebenheiten aus. Sie sind als Hausbesitzer oder Renovierender mit der Frage konfrontiert, welche Produkte für Ihre spezifische Fassade die optimale Wahl darstellen, um langfristig beste Ergebnisse zu erzielen.
Das sind die beliebtesten Fassadengrundierung Produkte
Die Bedeutung der Fassadengrundierung verstehen
Eine fachgerechte Fassadengrundierung ist weit mehr als nur ein optischer Vorbereitungsschritt. Sie bildet die unsichtbare, aber essenzielle Basis für jede Fassadenbeschichtung, sei es Putz, Farbe oder ein anderes Endsystem. Ohne eine adäquate Grundierung können selbst hochwertige Endanstriche schnell an Haftung verlieren, abplatzen oder Feuchtigkeit in die Bausubstanz eindringen lassen. Dies führt nicht nur zu einem unschönen Erscheinungsbild, sondern kann auch gravierende strukturelle Schäden verursachen.
Warum ist Grundieren unerlässlich?
- Haftvermittlung: Die Grundierung sorgt für eine optimale Verbindung zwischen dem Untergrund und der nachfolgenden Beschichtung. Sie verbessert die Adhäsion und verhindert ein Ablösen.
- Verfestigung: Poröse oder sandende Untergründe werden durch die Grundierung verfestigt. Dies stabilisiert die Oberfläche und macht sie tragfähig für weitere Anstriche.
- Absperrung und Egalisierung: Bestimmte Grundierungen können die Saugfähigkeit des Untergrunds regulieren und ausgleichen. Das verhindert, dass die nachfolgende Farbe ungleichmäßig einzieht und Flecken entstehen. Zudem kann sie vor diffundierender Feuchtigkeit schützen.
- Schutz vor Schimmel und Algen: Spezielle Grundierungen enthalten fungizide und algizide Wirkstoffe, die das Wachstum von Mikroorganismen hemmen und so die Fassade länger sauber halten.
- Verbesserte Streichbarkeit: Eine gut grundierte Oberfläche lässt sich gleichmäßiger und leichter beschichten, was den Arbeitsaufwand reduziert und das Endergebnis optimiert.
Die Vielfalt der Fassadenuntergründe und ihre Anforderungen
Jeder Fassadenuntergrund hat spezifische Eigenschaften, die eine angepasste Grundierung erfordern. Von mineralischen Putzen über Beton und Mauerwerk bis hin zu bereits beschichteten oder gedämmten Fassaden – die Auswahl des richtigen Produkts ist der Schlüssel zum Erfolg. Falsch gewählte Grundierungen können nicht nur unwirksam sein, sondern im schlimmsten Fall sogar Schäden verursachen.
Mineralische Putze (z.B. Kalk-, Zement-, Kalkzementputze)
Mineralische Putze zeichnen sich durch ihre hohe Saugfähigkeit aus. Sie sind oft alkalisch und können bei falscher Behandlung ausblühen. Die Grundierung muss hier primär die Saugfähigkeit egalisieren und die Oberfläche verfestigen, um ein Durchschlagen des Alkalischen in die nachfolgende Beschichtung zu verhindern.

- Geeignete Grundierungen: Tiefengrund auf Wasserbasis, Silikatgrundierungen, Silikonharzgrundierungen.
- Tiefengrund: Ideal zur Verfestigung und zur Reduzierung der Saugfähigkeit von stark saugenden Putzen. Er dringt tief in das Porengefüge ein.
- Silikatgrundierungen: Diese verbinden sich chemisch mit mineralischen Untergründen (Silikat-Verfestigung) und sind besonders atmungsaktiv. Sie eignen sich hervorragend für diffusionsoffene Fassadensysteme.
- Silikonharzgrundierungen: Diese bieten einen guten Abperleffekt und schützen vor Feuchtigkeit, während sie gleichzeitig diffusionsoffen bleiben. Sie sind gut mit Silikonharzfarben kombinierbar.
Beton und Betonfertigteile
Betonoberflächen sind in der Regel weniger saugfähig als Putze, können aber dennoch Unebenheiten, Staub und eine eventuell vorhandene Ausblühung aufweisen. Die Grundierung soll hier primär für eine gute Haftung der nachfolgenden Beschichtung sorgen und eine gleichmäßige Oberfläche schaffen.
- Geeignete Grundierungen: Acrylat-Haftgrund, Epoxidharzgrundierung (bei besonderen Anforderungen an Chemikalienbeständigkeit), Silikatgrundierungen.
- Acrylat-Haftgrund: Sorgt für eine gute Haftbrücke auf glatten oder wenig saugenden Betonflächen.
- Epoxidharzgrundierung: Kommt bei sehr stark beanspruchten Flächen oder wenn besondere chemische Beständigkeit gefordert ist, zum Einsatz. Ist aber weniger diffusionsoffen.
- Silikatgrundierungen: Bieten auch auf Beton eine gute Mineralisierung und Atmungsaktivität.
Mauerwerk (z.B. Ziegel, Klinker, Naturstein)
Die Grundierung von Mauerwerk hängt stark von der Art des Steins und der Fugenmörtel ab. Unbehandeltes Mauerwerk kann sehr saugfähig sein und zu Ausblühungen neigen. Bei bereits verfugtem Mauerwerk ist die Haftung der Grundierung entscheidend.
- Geeignete Grundierungen: Tiefengrund, Silikatgrundierungen, spezielle Fassadenreiniger mit verfestigender Wirkung.
- Tiefengrund: Bei stark saugendem oder leicht sandendem Mauerwerk unerlässlich.
- Silikatgrundierungen: Eignen sich gut, um die Atmungsaktivität des Mauerwerks zu erhalten und eine mineralische Verbindung einzugehen.
- Bei Klinker: Oftmals ist eine Grundierung nicht zwingend notwendig, wenn eine spezielle Klinkerfarbe verwendet wird. Prüfen Sie hierzu die Empfehlungen des Farbherstellers. Bei stark saugendem oder ungleichmäßig saugendem Klinker kann ein Tiefengrund oder eine spezielle Klinker-Grundierung sinnvoll sein.
Alte, tragfähige Farbanstriche
Bestehende, noch intakte Farbschichten müssen je nach Art der alten Farbe und dem Zustand der Oberfläche grundiert werden. Lose oder abblätternde Anstriche müssen zuerst entfernt werden.
- Geeignete Grundierungen: Tiefengrund (bei mineralischen Farben oder Dispersionsfarben mit hoher Saugfähigkeit), Acrylat-Haftgrund (bei glatten, wenig saugenden Anstrichen), spezielle Haftvermittler für schwierige Untergründe.
- Tiefengrund: Zur Verfestigung und Egalisierung der Saugfähigkeit bei älteren Dispersionsfarben oder mineralischen Altanstrichen.
- Acrylat-Haftgrund: Wenn die alte Farbe sehr glatt ist und wenig saugt, sorgt dieser für eine bessere Haftung der neuen Beschichtung.
- Spezialhaftvermittler: Bei problematischen Untergründen wie alten Lackfarben oder Kunstharzputzen können spezielle Produkte erforderlich sein.
WDVS (Wärmedämmverbundsysteme)
WDVS-Fassaden bestehen aus Dämmplatten, Kleber und einem Oberputz. Die Grundierung dient hier primär der Egalisierung der Saugfähigkeit des Oberputzes und als Haftvermittler für die nachfolgende Fassadenfarbe. Oft sind die Putze bereits mit einer Armierung versehen, die ebenfalls von der Grundierung stabilisiert wird.
- Geeignete Grundierungen: Acrylat-Tiefgrund, Silikonharzgrundierung, Silikatgrundierung. Die Wahl hängt vom verwendeten Oberputz und der gewünschten Fassadenfarbe ab.
- Acrylat-Tiefgrund: Standard für viele WDVS-Systeme, sorgt für eine gute Haftung und Egalisierung.
- Silikonharzgrundierung: Bietet einen guten Lotuseffekt, falls gewünscht, und ist gut mit Silikonharzfarben kombinierbar.
- Silikatgrundierung: Ideal für diffusionsoffene Systeme und in Kombination mit Silikatfarben.
Produktauswahl im Überblick: Eine Tabelle
| Untergrundtyp | Haupteigenschaften des Untergrunds | Primäre Anforderungen an die Grundierung | Empfohlene Grundierungsarten | Wichtige Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Mineralische Putze (Kalk, Zement, Kalkzement) | Hohe Saugfähigkeit, alkalisch | Saugfähigkeitsausgleich, Verfestigung, Alkalischutz | Tiefengrund (wasserbasiert), Silikatgrundierung, Silikonharzgrundierung | Verhindert Ausblühungen, sorgt für gleichmäßigen Farbauftrag. |
| Beton und Betonfertigteile | Geringe bis mittlere Saugfähigkeit, oft glatt | Haftvermittlung, Oberflächenglättung | Acrylat-Haftgrund, Silikatgrundierung, ggf. Epoxidharzgrundierung (bei hoher Beanspruchung) | Prüfen Sie auf Fett- oder Ölflecken, diese müssen vor der Grundierung entfernt werden. |
| Mauerwerk (Ziegel, Klinker, Naturstein) | Stark saugend bis mäßig saugend, je nach Material | Saugfähigkeitsausgleich, Verfestigung, Schutz vor Ausblühungen | Tiefengrund, Silikatgrundierung, spezielle Fassadenreiniger mit verfestigender Wirkung | Besonders bei unbehandeltem Mauerwerk auf Salzausblühungen achten. |
| Alte, tragfähige Farbanstriche | Variiert stark, je nach Farbtyp und Alter | Haftvermittlung, Saugfähigkeitsausgleich (falls nötig) | Tiefengrund, Acrylat-Haftgrund, Spezialhaftvermittler | Lose Farbschichten unbedingt entfernen, Haftfestigkeit prüfen. |
| WDVS-Systeme | Oberputz: mäßig saugend bis saugfähig | Saugfähigkeitsausgleich, Haftvermittlung für Farbe, Stabilisierung der Armierung | Acrylat-Tiefgrund, Silikonharzgrundierung, Silikatgrundierung | Systemkompatibilität mit Oberputz und Fassadenfarbe beachten. |
Spezialfälle und besondere Untergründe
Neben den gängigen Fassadenuntergründen gibt es auch spezielle Situationen, die eine sorgfältige Auswahl der Grundierung erfordern. Dazu gehören stark beanspruchte Flächen, Untergründe mit alten Lackschichten oder stark verunreinigte Fassaden.
Kunstharzputze und Dispersionsfarben (alte)
Hier ist die Haftung oft das kritischste Kriterium. Alte Dispersionsfarben oder Kunstharzputze können glatt und wenig saugfähig sein. Eine Grundierung, die eine starke Haftbrücke bildet, ist hier unerlässlich.
- Geeignete Grundierungen: Spezielle Haftvermittler auf Basis von Polymerdispersionen, Acrylat-Haftgründe.
- Wichtige Prüfung: Vor der Grundierung immer einen Hafttest durchführen, indem Sie Klebeband auf die gereinigte Oberfläche kleben und ruckartig abziehen. Bleibt Farbe am Klebeband haften, ist der Untergrund nicht tragfähig und muss saniert werden.
Galvanisierte Stahlfassaden oder verzinkte Bleche
Diese Oberflächen erfordern spezielle Vorbehandlungen und Grundierungen, um Korrosion zu verhindern und eine dauerhafte Haftung zu gewährleisten.
- Geeignete Grundierungen: Zinkhaftgrundierungen, spezielle 2-Komponenten-Epoxidharzgrundierungen.
- Vorbereitung: Die Oberfläche muss fettfrei, sauber und leicht angeraut sein. Oft ist eine leichte Aufrauung mittels Schleifen oder eine chemische Reinigung notwendig.
Holzfassaden
Holz ist ein organisches Material, das Feuchtigkeit aufnimmt und abgibt, arbeitet und anfällig für Schädlinge und Pilzbefall ist. Die Grundierung muss hier primär schützen und eine optimale Haftung für die Endbeschichtung gewährleisten.
- Geeignete Grundierungen: Holzschutzgrundierungen, bläue- und fungizid ausrüstete Grundierungen, wasserbasierte Acrylgrundierungen.
- Schutz: Wichtig ist ein guter Holzschutz gegen Bläue, Pilze und Insekten.
- Endbeschichtung: Die Grundierung muss mit der geplanten Holzlasur oder Holzfarbe kompatibel sein.
Umweltaspekte und Nachhaltigkeit bei der Grundierung
Bei der Auswahl der Grundierung spielen zunehmend auch Umweltaspekte eine Rolle. Immer mehr Hersteller bieten emissionsarme und lösemittelfreie Produkte an, die sowohl für die Gesundheit des Anwenders als auch für die Umwelt schonender sind.
- Wasserbasierte Produkte: Viele moderne Grundierungen basieren auf Wasser und sind daher VOC-arm (volatile organic compounds – flüchtige organische Verbindungen). Dies reduziert Geruchsbelästigung und ist besser für die Raumluftqualität.
- Natürliche Rohstoffe: Silikatgrundierungen beispielsweise basieren auf mineralischen Rohstoffen und sind besonders umweltfreundlich und atmungsaktiv.
- Langlebigkeit als Nachhaltigkeitsfaktor: Eine fachgerechte Grundierung trägt maßgeblich zur Langlebigkeit der gesamten Fassade bei. Eine längere Haltbarkeit bedeutet weniger Renovierungszyklen und somit einen geringeren Ressourcenverbrauch.
Das sind die neuesten Fassadengrundierung Produkte mit der besten Bewertung
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Fassade grundieren: Welche Produkte für den jeweiligen Untergrund geeignet sind
Muss ich meine Fassade immer grundieren?
Die Grundierung ist nicht immer zwingend erforderlich, aber in den meisten Fällen sehr empfehlenswert. Sie verbessert die Haftung, verfestigt den Untergrund, egalisiert die Saugfähigkeit und beugt Problemen wie Abplatzen oder Fleckenbildung vor. Bei sehr gut erhaltenen, homogenen und bereits beschichteten Fassaden, die mit dem gleichen System überarbeitet werden, mag es Ausnahmen geben. Im Zweifel ist eine Grundierung jedoch immer die sicherere und professionellere Wahl für ein langlebiges Ergebnis.
Welche Grundierung eignet sich für eine bereits gestrichene Fassade?
Die Wahl hängt von der Art der alten Farbe ab. Bei intakten, tragfähigen Dispersionsfarben kann ein Tiefengrund zur Egalisierung der Saugfähigkeit ausreichen. Sind die alten Anstriche glatt und wenig saugfähig, empfiehlt sich ein Acrylat-Haftgrund. Lose oder abblätternde Farbschichten müssen vor der Grundierung vollständig entfernt werden. Ein Hafttest ist hier ratsam.
Was ist der Unterschied zwischen Tiefengrund und Haftgrund?
Tiefengrund dient primär der Verfestigung und Reduzierung der Saugfähigkeit von porösen oder stark saugenden Untergründen. Er dringt tief in das Material ein. Haftgrund (auch Haftvermittler genannt) hingegen sorgt für eine verbesserte Anhaftung auf glatten, wenig saugenden Oberflächen und schafft eine „Brücke“ für die nachfolgende Beschichtung.
Kann ich eine Innenwandgrundierung auch für außen verwenden?
Nein, das ist in der Regel nicht ratsam. Fassadengrundierungen sind speziell auf die Anforderungen im Außenbereich abgestimmt. Sie müssen wetterbeständig, UV-stabil und oft auch diffusionsoffen sein. Innenwandgrundierungen erfüllen diese Kriterien meist nicht und sind nicht für die Belastungen durch Regen, Sonne und Temperaturschwankungen ausgelegt.
Wie viel Grundierung benötige ich für meine Fassade?
Der Verbrauch an Grundierung wird vom Hersteller in der Regel pro Quadratmeter angegeben. Dieser Richtwert kann je nach Saugfähigkeit des Untergrunds variieren. Stark saugende Untergründe benötigen mehr Material. Es ist ratsam, etwas mehr Grundierung einzuplanen, um sicherzustellen, dass der gesamte Bereich optimal abgedeckt ist.
Muss die Grundierung trocknen, bevor ich mit dem Streichen beginne?
Ja, unbedingt. Die Trocknungszeiten sind vom Hersteller angegeben und müssen eingehalten werden. Die Grundierung muss vollständig durchgetrocknet sein, damit sie ihre volle Wirkung entfalten kann. Ein zu frühes Überstreichen kann die Haftung beeinträchtigen und zu Blasenbildung oder ungleichmäßiger Beschichtung führen.
Sind umweltfreundliche Grundierungen genauso wirksam?
Moderne umweltfreundliche Grundierungen, wie wasserbasierte oder mineralische Produkte, sind in ihrer Wirksamkeit oft mit lösemittelhaltigen Produkten vergleichbar. Sie sind speziell formuliert, um die gleichen technischen Anforderungen zu erfüllen, bieten aber Vorteile hinsichtlich Emissionen und Umweltverträglichkeit. Es ist wichtig, auf die Produktdatenblätter zu achten, um sicherzustellen, dass die Grundierung für den spezifischen Untergrund und die geplante Beschichtung geeignet ist.